Ausstellungen - Aktuelles

Musik und neuerdings Malen, das sind wichtige Lebenselemente des Erstausstellers Peter Uhlig, der hier vor seinem Werk „Die Buxe des P. Andorra“ steht. Foto: hvo

Lohne (hvo) – Einen Blick in das Pianohaus Hartz im neuen Lohner Bahnhof sollten all diejenigen werfen, die Freude am Betrachten von Werken gemalter Kunst verspüren. Bis Ende August stellt der Lohner Peter Uhlig zwischen Flügeln und Klavieren seine in den vergangenen zwei Jahren geschaffenen Kunstwerke aus. „Ansichten eines Dilletanten“ betitelte der erst vor zwei Jahren mit dem Malen begonnene Künstler seine erste Ausstellung.

Diese ist vielseitig und sie verrät, dass Peter Uhlig am Experimentieren mit Leinwand,  Farben, Formen, Tee und Wein seine Freude hat. Wahrscheinlich ist der Künstler bei manchen seiner Kunstwerke selbst von dem sich präsentierenden Ergebnis überrascht, so dass ihm nicht einmal ein Titel dazu einfällt. Das kommt dem Betrachter zu Gute, da dieser selbst seine Fantasien in Uhligs Kunstwerken ausleben kann. Da ist zum Beispiel „Die Buxe des P. Andorra“ – Wer ist P. Andorra? Das ist eigentlich gleich, denn allein die Verwendung seiner alten nicht mehr tragbaren Brax-Jeans (der Künstler hat mächtig abgenommen) ist eine geniale Lösung, um plastische Kunst witzig und ansprechend zu präsentieren. Drei tiefrot eingefärbte Seile übers rechte Hosenbein gelegt, weisen über das eigentliche Kunstwerk hinaus. Die verknoteten Hosenbeine, sind nicht nur eine praktische Lösung, um der plastilinen Füllung Halt zu geben, sondern drücken die lähmende Gebundenheit des Menschen aus, der sich nicht von der Stelle bewegen mag. Offenbar eine Lebenserfahrung von Peter Uhlig, der durch sein Abnehmen eine positive Bewegung aus dieser Hose heraus hinter sich gebracht hat.

Auf der anderen Seite sind fantasievolle Gemälde aus den Bereichen Landschaft, Grafik, Akt und Portrait zu sehen, die durch ihre Farbkraft und schnörlellose Linienführung überzeugen. Beeindruckend das Bildnis einer Schwangeren. Mit wenigen Pinselstrichen und den reduzierten Farben Schwarz auf rotem Grund kreiert Uhlig ein Bildnis, das Gefühle der Liebe zum Menschen, zu neuem Leben anrührt.

„Es ist einer meiner aufregendsten Auftritte überhaupt“, begrüßte der aus der Musikszene bekannte Sänger, Dirigent und Musiklehrer seine Gäste im Pianohaus Hartz. „Ansichten eines Dilletanten heißt: Mit Vergnügen etwas tun, auch wenn kein Stil, keine Aussage und nur geringe Ahnung von der Sache vorhanden sind“, leitete er die Erstbegehung seiner Ausstellung ein. Ob dies nun die Methode „Fishing for Kompliments“ ist oder eine unbewusste Unterschätzung seiner eigenen Kunst ist gleich: Die Bilder von Peter Uhlig sind ehrlich. In der Gesamtheit betrachtet, sieht man ihnen die Freude des Malers am Malen an. Die Botschaft seiner Bilder: Freude an dem empfinden, was Freude bereitet. Und das ist nicht nur professionell, sondern Peter Uhlig.

Oldenburgische Volkszeitung; 13.06. 2006